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Eine gänzlich unmögliche Liebe - mehr als lesenswert
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Eines gleich mal vorweg: "Ludvig meine Liebe" nur als Jugendbuch einzuordnen, würde dem Werk nicht gerecht, denn es lohnt durchaus, von Erwachsenen gelesen zu werden.
Katarina von Bredow hat in ihrem Roman ein mehr als heikles Thema aufgegriffen: die Liebe zwischen Bruder und Schwester. Heikel deshalb, weil es ein sehr schmaler Grat ist, auf dem sich die Autorin bewegt, weil es eben keine gewöhnliche, sondern eine gänzlich unmögliche Liebesgeschichte ist. Meines Erachtens ist es ihr jedoch meisterhaft gelungen, dieses Thema umzusetzen.
Sie greift dabei in die Zukunft und lässt Amanda im Rückblick die Geschichte erzählen, die sich zwischen ihr und ihrem Bruder Ludvig abgespielt hat. In einer lockeren, erfrischenden, direkten Sprache wird das ganze Drama zutiefst bewegend geschildert. Wie sich aus der unheimlich engen Bindung, welche die Geschwister schon immer hatten, langsam entwickelte, was nicht sein durfte; eine tiefe Liebe und wahnsinnige Leidenschaft füreinander. Niemals kommt das kitschig daher und vor allem niemals verklärend, denn Katarina von Bredow bringt auch sehr überzeugend die inneren Qualen der Geschwister zu Papier. All die verzweifelten Versuche der zwei, sich gegen die Gefühle zu wehren, die Erkenntnis der Illegalität dieser inzestuösen Beziehung und das Wissen um die Aussichtslosigkeit des Ganzen. Die Autorin lässt die Geschichte schließlich in der Entdeckung dieser Liebe gipfeln und beschreibt eindrucksvoll wie alles Glück, das nie hätte sein dürfen, gleichsam einem Kartenhaus zusammenfällt. Der stärkste und emotionalste Teil des Buches jedoch kommt danach. Mit der neuen Liebe von Amanda zu David zeichnet Katarina von Bredow ein Symbol von Licht, Hoffnung und Normalität. Sie zeigt aber auch auf, welch langen Schatten die Vergangenheit auf die Geschwister wirft, wie unendlich schwer es ist (ganz stark: die Wiedersehensszene von Ludvig und Amanda) und welch große Zeitspanne vergeht, bis das Verhältnis zueinander wieder einer annähernd normalen geschwisterlichen Beziehung gleichkommt.
Katarina von Bredow ist mit "Ludvig meine Liebe" ein ganz großer, zu Recht preisgekrönter Wurf gelungen.
Den - wohl häufig noch sehr jungen - Lesern, die "Ludvig meine Liebe" nur als "die schönste Liebesgeschichte aller Zeiten" bejubeln, möchte ich gerne ans Herz legen, sich das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen und es erneut zu lesen, um sich der Thematik und deren Tragik bewusst zu werden.
Eine Rezension von Schneeflocke >
vom 20. Februar 2010 |